Infektionsgefahr in Restaurants: „Virus stundenlang in der Luft“

Der Epidemiologe Karl Lauterbach sieht eine große Infektionsgefahr in Restaurants. Wie der SPD-Bundestagsabgeordnete am 5. Mai in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ erklärte, hätten sich viele Menschen vor dem Corona-Lockdown in gastronomischen Betrieben mit Covid-19 angesteckt. In Wuhan sei das vor allem beim Essen und bei Gesprächen passiert.

„Wir wissen heute, dass Aerosole, also ganz kleine Luftpartikel, die lange in der Luft stehen, mit Virus beladen sind“, sagte Lauterbach. Auf Lanz‘ Nachfrage, was „lange“ bedeute, antwortete der Gesundheitsökonom: „Stundenlang.“

Karl Lauterbach auf Twitter

Infektionsgefahr in Restaurants durch Aerosole

Folglich heißt das nach Lauterbachs Prognosen: Wenn ein Raum nicht gründlich gelüftet werde, könne man sich noch Stunden später mit SARS-CoV-2 infizieren. Es gebe auch Studien, die belegen, dass der Virus über Klimaanlagen übertragen werde. Er führte einen Fall an, in dem Air Condition die Viren hochgezogen habe: „War am anderen Tisch runtergekommen und da hatten sich dann die Leute infiziert.“

Ein erhöhtes Gesundheitsrisiko gehe außerdem von der Lautstärke der menschlichen Stimme aus: „Je lauter man spricht oder singt, desto höher die Infektionsgefahr“, betonte Lauterbach in der Sendung.

Auf Lanz‘ Frage, welche Lösung er für die Gastronomie sehe, schlug der Experte vor, die Bedienung mit Mundschutz auszustatten, die Tische weit auseinanderzurücken und Lokale so zu durchlüften, dass die Luft nicht von einem Tisch zum anderen ziehe. Restaurants hätten die Pandemie „getrieben“ und letztere werde wahrscheinlich anderthalb bis zwei Jahre andauern. Sollten die Maßnahmen aufgehoben werden, habe das zur Folge: „Das Virus schlägt sofort zurück.“

Schüler sollen nur noch selten in die Schule kommen

Lauterbach prognostizierte nicht nur eine dramatische Infektionsgefahr in Restaurants. Das Coronavirus lauere ebenfalls in Schulen. Unterricht mit 30 Schülern in einem Raum sei bis auf Weiteres undenkbar, da Kinder Erwachsene anstecken könnten. In den Sommerferien sollten Kurse für Lehrer geschaffen werden: „Wie können Lehrer die Schüler so unterrichten, dass sie nur noch selten in die Schule kommen müssen?“

Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Katja Sudig reagierte auf Lauterbachs Aussagen mit Kritik. Sie sei froh, dass die Infektionszahlen nicht explodiert seien und plädierte für Lockerungen. Dass die Kurven auch ohne Lockdown abflachen, habe Schweden bewiesen. „Schweden ist völlig verantwortungslos“, urteilte der SPD-Politiker daraufhin.

Corona-Kunst, Zeichnung: Annika Senger

Viren benötigen zum Überleben einen Wirt

Nach der Talkshow, die sich in der ZDF-Mediathek abrufen lässt, stellt sich unweigerlich die Frage, ob Lauterbach Schüler absichtlich vom Biologie-Unterricht fernhalten will. In diesem naturwissenschaftlichen Unterrichtsfach werden unter anderem Viren thematisiert. Bei einem Virus handelt es sich um eine Ansammlung von einem oder mehreren Molekülen. Um sich zu vermehren, brauchen Viren Wirtszellen. Zum Überleben müssen sie folglich in Körper eindringen und an Zellen andocken. In der Luft sterben sie ohne Wirt logischerweise ab.

Womöglich hat aber Lauterbach in Zusammenarbeit mit Professor Christian Drosten und dem Bankkaufmann Jens Spahn innovative Forschungserkenntnisse gewonnen, die den bisherigen Kenntnisstand sprengen. Oder will er das Volk absichtlich verhohnepipeln, um einen Corona-Impfstoff, der „frühestens in einem Jahr“ erhältlich sei, zu promoten? (as)

Titelbild: ZDF / Screenshot

7 Gedanken zu „Infektionsgefahr in Restaurants: „Virus stundenlang in der Luft““

  1. So ein Schmarren, ist ja von den Lüftungstechnischen Bauverordnungen für öffentliche Gebäude/Räumlichkeiten gar nicht möglich geschweige mit asiatischen Ländern zu vergleichen. So ein Bericht zu schreiben ist ja die eine Sache, aber Ihn Zu veröffentlich Gehört bestraft!

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    • Ich habe in diesem Bericht nur wiedergegeben, was Herr Lauterbach während der Sendung gesagt hat. Somit wenden Sie sich bitte direkt an den SPD-Bundestagsabgeordneten statt mich für meine Berichterstattung bestrafen zu wollen.

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  2. Liebe Frau Senger, es ist halt immer die Frage, was mit solchen Artikeln passiert, wenn das Lesenswerte erst ganz am Ende kommt. Da hat man ja schon soviel Mist gelesen …

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  3. Also der letzte Absatz geht echt gar nicht und alles was ich schreibe bezieht sich ausschließlich darauf.
    Ich habe das Gefühl, dass die meisten Drosten Kritiker sich nicht mit dem beschäftigen was er sagt. Er erklärt Maßnahmen sehr schlüssig UND kritisiert auch einige Maßnahmen oder sagt, dass man sich da nicht sicher sein kann.

    Menschen wie Sie sind toxisch. Haben Sie je etwas von Ockhams Rasiermesser gehört? Vielleicht hinterfragen Sie mal Ihre eigene Gewohnheiten. Jedes Argument gegen die Maßnahmen lässt sich negieren oder mindestens als noch zu hinterfragen zu bewerten.

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    • Toxisch? Sie kennen mich doch gar nicht persönlich, um das beurteilen zu können. Danke für den Tipp, ich werde mich mal mit Ockhams Rasiermesser befassen.

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