Polizeigewalt in Berlin: Angriffe auf Demonstrantinnen

Während der Großdemonstration am Wochenende kam es am Rande wiederholt zu Polizeigewalt in Berlin. Wie mehrere Videos von Augenzeugen belegen, misshandelten vier männliche Einsatzkräfte am 30. August 2020 an der Siegessäule eine Frau. Sie drückten sie brutal zu Boden, ein Beamter schlug ihr mehrmals mit der Faust ins Genick. Andere Demonstranten versuchten einzugreifen und wurden von der Polizei abgedrängt. Währenddessen prügelte der Kollege mit der Dienstnummer BE15210 weiter auf sein Opfer ein.

Am Montag kursierte in sozialen Netzwerken wie Facebook die Meldung, dass die Frau an einer Verletzung der Halsschlagader verstorben sei. Eine Information, die sich als falsch erwiesen hat. Weitere Videoaufnahmen dokumentieren, dass diese Attacke der Berliner Polizei gegen eine bereits wehrlose Person kein Einzelfall war. Im Tiergarten malträtierten mehrere Schwarzuniformierte am gleichen Tag eine Hochschwangere. Einer drückte mit der Hand auf ihren Bauch, keiner seiner Kollegen griff ein.

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Berliner Polizei rechtfertigt sich auf Facebook

Während diese Bilder erschüttern und wachsende Teile der Bevölkerung noch stärker am deutschen Rechtsstaat zweifeln lassen, rechtfertigt sich die Polizei Berlin auf ihrer Facebook-Seite: „Aus dem jahrelangen Community-Management wissen wir, wie diese Gerüchte durch anonyme Behauptungen im Netz entstehen und wollen daher gerne mit Fakten dazu beitragen, dass Sie sich selbst ein Bild machen können. Viel zu oft werden solche Videos leichtfertig geteilt, ohne diese Fakten zu kennen. (…) Kein Polizist, keine Polizistin übt gerne Zwang aus. Er ist immer das letzte Mittel, wenn einer Aufforderung nicht nachgekommen wird, obwohl das dringend erforderlich ist.“

Kann es das letzte Mittel sein, eine Frau, die längst nicht mehr bewegungsfähig ist und offensichtlich um ihr Leben schreit, noch stärkerer Gewalt auszusetzen? Ist es nicht Aufgabe der Polizei, Schwächere und vor allem ungeborenes Leben zu schützen? Es drängt sich die Vermutung auf, dass der Senat von Berlin gezielt empathielose Söldner eingesetzt hat, um auf dem Fest für Freiheit und Frieden Ausschreitungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei zu provozieren.

Polizeigewalt in Berlin schürt Hass auf Polizisten

Szenen von solch zügelloser Brutalität schüren unweigerlich Hass auf Polizisten. Persönliche Beobachtungen während zahlreicher Demonstrationen der vergangenen Monate haben jedoch gezeigt, dass ein Großteil der Beamten friedlich seinen Job ausübt und redebereit ist, wenn man ihm mit Freundlichkeit begegnet.

Nichtsdestotrotz nehmen bisher nur ganz wenige Polizisten im Einsatz ihre Remonstrationspflicht wahr. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kritische Polizisten erklärt auf ihrer Website: „Durch die Beamtengesetze werden Polizistinnen und Polizisten verpflichtet, dienstliche Anordnungen auf ihre Rechtmäßigkeit hin zu überprüfen.“ Das Bild, das der Berliner Innensenator Andreas Geisel in Zusammenarbeit mit der Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Wochenende kreiert hat, bezeichnet die Arbeitsgemeinschaft als „beschämend“.

Für die Opfer der Polizeigewalt in Berlin ist es wohl in erster Linie traumatisch! Die Anwälte von Klagepaten.eu helfen allen, die einen polizeilichen Übergriff erlitten haben, Anzeige zu erstatten. Nach einem Klick auf einen entsprechenden Button gelangt man zu einem Formular, um Strafanzeige gegen Polizeibeamte zu stellen. Dieses Formular richtet sich sowohl an Opfer als auch an Beobachter von Straftaten während der Corona-Demo. (as)

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Titelbild: YouTube-Screenshot / Kai Stuht Creative Caravan

4 Gedanken zu „Polizeigewalt in Berlin: Angriffe auf Demonstrantinnen“

  1. Der Polizist mit der Nummer 15210 schlägt mit voller Wucht gezielt mehrfach auf die Halswirbelsäule der Frau. Bedauerlich, dass sich keiner der Umstehenden traut, den kleinen Dicken wegzuschubsen. Altes Prinzip: Gewalt erzeugt Angst! Wäre interessant zu wissen, wo Berlin solche Leute rekrutiert.

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    • Das wüsste ich auch gerne, wo Geisel und Co. diese Schläger herbekommen haben! Von außen betrachtet sage ich, dass ich dazwischen gegangen wäre, wenn ich diese Szene live beobachtet hätte. Dann wäre ich aber wohl auch niedergestreckt worden! Das Problem ist einfach, dass diese Typen schwer bewaffnet sind.

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  2. Vielleicht müßte die nächste Demo mit Bodybuildern an der Front gegen die Polizei ausgestattet sein in Schwarz als Schutz für die Demonstranten..das wär doch mal ne Maßnahme……

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