Coronavirus: Medien entfachen Massenpanik

Coronavirus hat eine Epidemie in menschlichen Gehirnen ausgelöst. Diese hochansteckende Volkskrankheit trägt den Namen Angst. Während sie infizierte Bürger zu Hamsterkäufen und Absagen von Großveranstaltungen (man denke an die Reisemesse ITB oder die Leipziger Buchmesse) veranlasst, schätzt das Robert-Koch-Institut (RKI) die Corona-Gefahr in Deutschland aktuell als mäßig ein.

Wie Google Analytics vergangene Woche am Beispiel eines Artikels auf Kroatien-Liebe bewiesen hat, treibt das Keyword Coronavirus jedoch die Aufrufzahlen von Websites in steile Höhen. Das hatte zur Folge, dass meine Einnahmen durch Werbeanzeigen am Tag der Veröffentlichung wesentlich höher waren als an anderen Tagen. Ich roch den fetten Braten, den ich mir als Inhaberin eines riesigen Medienkonzerns täglich dank Corona einverleiben könnte!

Coronavirus lässt für Medien den Zaster rollen

Ja, schlechte Nachrichten sind gut fürs Geschäft. Je mehr davon in Umlauf geraten, desto weniger werden die Inhalte gelesen. Menschen konzentrieren sich auf Schlagzeilen und teilen die News auf Facebook und Co. Der Virus hat inzwischen sogar einen eigenen Instagram-Kanal namens coronavirusoffiziell. Unter dem Hashtag #coronavirus findet man auf der Foto- und Videoplattform 1.053.637 Beiträge (Stand: 4. März, 12 Uhr). Derweil verzeichnet Twitter unter #Covid_19 „nur“ 295.000 Tweets. Der Klimawandel und Greta Thunberg sind offenbar out, seit Corona zum neuen internationalen Medienstar mutiert ist!

Coronavirus
Coronavirus, Foto: Gerd Altmann / Pixabay

Informationen des Robert-Koch-Instituts

Aber handelt es sich wirklich um einen neuartigen Virus? Laut Angaben des RKI, das eine umfangreiche FAQ-Liste zu Covid-19 veröffentlicht hat, wurden Coronaviren erstmals Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Infektionen seien sowohl bei Menschen als auch bei verschiedenen Säugetieren und Vögeln möglich. Zu den Symptomen von Covid-19 zählen Fieber, trockener Husten und Abgeschlagenheit. Bei einigen Patienten sind auch Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Durchfall und eine verstopfte Nase beobachtet worden.

Das RKI hat in Deutschland bislang 196 Corona-Fälle (Stand: 3. März, 15 Uhr) erfasst, den Großteil in Nordrhein-Westfalen (103 infizierte Personen, 91 im Landkreis Heinsberg). Bei den bis dato aus China berichteten Fallen ist die Krankheit der WHO zufolge in vier von fünf Fällen mild verlaufen. Todesfälle traten im „Erzeugerland“ hauptsächlich bei über 80-jährigen Patienten auf, Männer seien häufiger betroffen gewesen als Frauen. Kinder hätten sich laut WHO bisher vergleichsweise selten angesteckt.

Fast 18.000 Grippefälle in Deutschland

Betrachtet man die diesjährige Grippewelle in Deutschland im Vergleich zum Coronavirus, landet man in deutlich höheren Dimensionen. Für die achte Meldewoche des Jahres 2020 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) 17.898 labor-diagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt (Stand: 25. Februar 2020). Eine Massenpanik vor der Ansteckung mit Grippe ist ausgeblieben, denn wer die meiste Aufmerksamkeit in den Medien bekommt, dem folgen die Schafe. Ich könnte nun auch über Michael Wendler und dessen musikalisches Genie im Vergleich zu Mozart fabulieren!

Kehren wir aber zum Schluss noch einmal zurück zur aktuell gefährlichsten Volkskrankheit. Angst zieht noch mehr Angst an, Ängstliche umgeben sich mit anderen Angsthasen, die ihre Gedanken bestätigen und fördern – so will es das Gesetz der Resonanz.

Nun darfst Du gerne im Kommentarfeld spekulieren, was Medien und Politik mit der gezielten Aussaat von Angst bezwecken. Fakt ist beispielsweise, dass Hotels und gastronomische Betriebe in Berlin gerade Umsatzeinbußen zu verkraften haben, weil die internationalen Aussteller und Fachbesucher der ITB zwangsweise zu Hause geblieben sind. Ist das vielleicht so gewollt? (as)

2 Gedanken zu „Coronavirus: Medien entfachen Massenpanik“

  1. Auswirkungen hat das ja überall auf der Welt. Die Tourismus-Branche ist weltweit betroffen. Die Börse spürt sowas sowieso immer. Aber auch die Lebensmittel-Industrie und viele Betriebe sind betroffen, weil sie zum Teil keine Lieferungen mehr erhalten können, weil in China schon die Fabriken stillstehen.
    Auch das Thema Flüchtlingspolitik ist völlig in den Hintergrund geraten. Vielleicht lies sich damit nicht mehr genug Panik und Angst schüren.
    Wir werden in ein paar Wochen sehen, was die Politik alles durchgedrückt hat, ohne Medien-Aufruhr.

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