Angst überwinden: So bändigst Du das Gefühl

Alle Menschen kennen Ängste – selbst der coolste Checker, der für die Außenwelt einen auf dicke Hose macht. Wer Angst überwinden will, sollte diese Entscheidung bewusst treffen und sich bei jedem Schritt auf diesem Weg mit dem unerwünschten Gefühl verbünden. Jetzt möchtest Du mir vielleicht einen Vogel zeigen und einwenden: „Du spinnst! Ich will meine Angst besiegen.“

Angst überwinden in der Praxis

Vermutlich verstehst Du mich besser, wenn Du folgende Geschichte aus meinem Leben gelesen hast. Im Sommer 2015 hält ein bekannter Life Coach und Speaker ein einwöchiges Seminar in Süddeutschland. Auch ich bin angereist, weil er mir in Online-Kursen und Seminaren schon zahlreiche Lösungsmöglichkeiten für Probleme aufgezeigt hat. Dafür will ich ihm persönlich danken.

Es gibt auch jede Menge Gelegenheiten, den visualisierten Moment des Dankes zu realisieren, denn der Herr bewegt sich auf dem Gelände so frei wie seine Seminarteilnehmer. Es handelt sich um einen sehr attraktiven Mann, der mit seinem Aussehen sicherlich in Hollywood punkten könnte. Obwohl ich sexuell null Interesse an ihm habe, schlottern mir bei dem Gedanken, ihn anzusprechen, ordentlich die Knie. In mir meldet sich eine Angst, die ich mir nicht erklären kann.

Eines Nachmittags turtelt er im Garten der Seminaranlage mit seiner Ehefrau – nur wenige Meter von mir entfernt. Dass sie an seiner Seite ist, stärkt mich. Schließlich beobachte ich bei der Veranstaltung viele Frauen, die ihn anbeten. In dem Moment habe ich das Gefühl, dass ich meine Angst überwinden kann. Ich gehe auf ihn zu und danke ihm für seine wertvolle Arbeit. Und was passiert? Er freut sich offenbar ehrlich und von Herzen über mein Lob und nimmt mich in die Arme.

Schlüssel-Erlebnis mit der Angst

Die Geschichte dieser Begegnung geht am nächsten Tag noch weiter. Jeden Morgen veranstaltet mein Coach in einem großen Saal eine sogenannte Sharing-Runde: Alle Teilnehmer, die etwas für sie Wichtiges sagen möchten, dürfen nach vorne kommen, auf einem Stuhl neben ihm Platz nehmen und darüber sprechen. Die Situation erinnert an eine psychotherapeutische Sitzung – mit dem Unterschied, dass mehrere hundert Menschen lauschen.

Paare ergreifen so die Chance, über ihre Probleme im täglichen Miteinander zu diskutieren. Eine Frau hat nach einer schwierigen Ehe den Männern Lebewohl gesagt, lebt nun lesbisch und fühlt sich rundum glücklich damit. Während ich all diesen Menschen zuhöre, stachelt mich eine Stimme in mir an, auf der Bühne von meiner Angst zu erzählen. „Hast du noch alle Tassen im Schrank?“, sträube ich mich innerlich. „Das ist peinlich, außerdem bin ich ungeschminkt!“

Die Stimme bleibt beharrlich: „Doch, das ist jetzt deine Aufgabe.“

Zaghaft hebe ich die Hand und darf sofort nach vorne treten, als wäre alles von Vornherein geplant gewesen.

2015 bin ich es gewohnt, mit dickem Make-up und Perücken auf Bühnen zu stehen. Dem Publikum und meinem Coach zu berichten, dass ich vor fast allem im Leben Angst habe, selbst vor einem Dankeschön, ist eine völlig neue Erfahrung. Als ich mit meinem kleinen Spontan-Vortrag fertig bin, fühle ich mich freier. Dieser Zustand hält bis heute an, weil ich es gewagt habe, in Angst über meine Angst zu sprechen. Ich habe es tatsächlich riskiert, dass mich alle Anwesenden peinlich finden.

Kind hat Angst, Foto: ambermb / Pixabay

Alte Ängste aus der Kindheit

Nach diesem Schlüssel-Erlebnis gehe ich tiefer in mich und frage mich, woher die Angst stammt. Ich grabe so einige Augenblicke aus meiner Kindheit aus – einen davon möchte ich mit Dir teilen. Es ist Nikolaustag, ich bin vier Jahre alt. Während meine Eltern arbeiten, verbringe ich Zeit bei Oma und Opa. Als ich morgens die Küche betrete, erwartet mich auf dem Tisch ein Teller mit Süßigkeiten, Walnüssen und Mandarinen. Daneben steht ein Holzschlitten mit Nikolaus, an dem ein Brief lehnt.

Ich freue mich schon über die Leckereien, als meine Großmutter zu dem Brief greift und ihn mir vorliest. Er stammt vom Weihnachtsmann, der mich für mein schlechtes Benehmen kritisiert. Er droht, mir zu Weihnachten eine Rute zu bringen, wenn ich weiter so ungezogen bin. Oma rezitiert den Brief nicht nur einmal. Nein, sie quält mich damit den ganzen Tag und ich bekomme schreckliche Angst. Die Macht des Wortes wirkt!

Mit ihrem Erziehungsstil hatte sie natürlich nur die besten Absichten. Sie wollte, dass ich mich als gute Deutsche in die Gesellschaft eingliedere, keine Widerworte habe und später eine brave Ehefrau und Mutter werde. Ihre Ziele hat sie an mir verfehlt. Ohne sie würde ich aber nicht nach Lösungen suchen, wie sich die von ihr indoktrinierte Angst überwinden lässt. Dieser Artikel wäre wohl nie aus meinen Fingern geflossen.

Run auf Klopapier wegen Corona, Foto: Alexas Fotos / Pixabay

Angst überwinden in Zeiten des Coronavirus

Mit ihrem starken Schreibstil, der mein jüngeres Ich so heftig geschockt hat, könnte meine Großmutter in der aktuellen Medienlandschaft wahrscheinlich viel erreichen. Die Panik, die zurzeit zum Thema Coronavirus verbreitet wird, erinnert mich an meine Angst des kleinen Mädchens vor dem Weihnachtsmann.

Ich bin mir sicher, dass ich auch mit dem Virus der Angst infiziert worden wäre, wenn ich es vorher versäumt hätte, mich mit meinen Ängsten auseinanderzusetzen. Corona holt bereits existierende Angstgefühle an die Oberfläche.

Vor ein paar Tagen hatte ich einen richtigen Scheißtag: Es ist eiskalt, stürmt und regnet. Statt Entspannung in der Natur zu suchen, bleibe ich wirklich zu Hause und fürchte mich plötzlich vor Freiheitsberaubung, staatlicher Kontrolle, Zwangsimpfungen und Verchippung. Ich habe Angst vor der einseitigen Berichterstattung der Mainstream-Presse, die bezüglich Corona nur die Meinungen des Virologen Christian Drosten wiedergibt. Andere Mediziner mit gegensätzlichen Thesen, allen voran Dr. Wolfgang Wodarg und Professor Sucharit Bhakdi, werden systematisch verteufelt statt zu sachlichen Diskussionen herangezogen.

Ich fälle hier kein Urteil über medizinische Erkenntnisse zu Covid-19, weil mir dazu das notwendige Fachwissen fehlt. Nichtsdestotrotz schwant mir, dass Regierungen gerade in exorbitantem Ausmaß die Oma meiner Kindheit spielen. Wer Angst hat, lässt sich leichter manipulieren und kontrollieren. Anscheinend haben sie nicht einkalkuliert, dass ein Teil der Menschheit dieses niedrig schwingende Gefühl schon vor der Coronakrise eigenverantwortlich unter Kontrolle gebracht hat. Seit fast fünf Jahren kann ich meine Angst überwinden, indem ich mich ihr stelle. Jetzt habe ich den Mut, Dich zu inspirieren, das auch zu tun. (as)

3 Gedanken zu „Angst überwinden: So bändigst Du das Gefühl“

  1. Sehr gut geschrieben, Annika!

    „Angst tötet gründlicher, als irgend welche Einflüsse es je könnten – auch wenn man diese überlebt!“

    Gruß
    Bo

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  2. Liebe Annika,

    Sehr schön geschrieben. Man muss sich seinen Ängsten immer stellen, sonst fressen sie einen mit der Zeit auf. Es ist sinnvoll sich immer reflektiert damit auseinander zu setzen um äußeren negativen Einflüssen keine Chance zu geben.

    Vielen Dank für deinen wertvollen Artikel!
    Beste Grüße!
    Richard

    Antworten

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