Coronakrise meistern: Rückzug in die Natur statt „Stay home“ total

Jeder, der halbwegs gesund und frei von schweren Vorerkrankungen ist, kann die Coronakrise meistern. Die weltweite Ausnahmesituation zeigt deutlich, dass wir die Wahl haben, wie wir auf äußere Einflüsse reagieren. Ich habe beschlossen, die systematische Panikmache der öffentlich-rechtlichen Medien aus meinem Leben zu verbannen und Angst nur vorübergehend Raum zu geben. Unter der Voraussetzung, dass sie aus meinem Innern kommt, denn dann ist es wirklich meine Angst!

Zu Hause zu bleiben hat Vorteile. Ich genieße es, eine Weile auf die überfüllte Berliner U-Bahn und die negative Energie gestresster, aggressiver Mitmenschen verzichten zu dürfen. Im Home Office arbeite ich konzentriert, effektiv und ohne Ablenkung – so, wie ich es mir lange (manchmal verzweifelt) herbeigesehnt habe. Außerhalb meiner Arbeitszeiten ruft mich die Natur nach draußen.

Coronakrise meistern: Freiheiten im Lock-down nutzen

Um weitere staatliche Eingriffe in die persönliche Freiheit gar nicht erst zu provozieren, halte ich bei meinen Wanderungen und Radtouren strikt den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand zu anderen Menschen ein. Auf diese Weise kann ich entspannt die Coronakrise meistern, ohne je den Eindruck zu bekommen, in einer persönlichen Krise zu stecken.

Nachdem ich vor dem Auftreten des Coronavirus viel gereist bin, bereitet es mir Freude und Ausgeglichenheit, die Schönheiten der Natur vor der Haustür zu entdecken. Dabei nehme ich mir die geflügelten Worte von Deutschlands erstem Reiseblogger, Johann Wolfgang von Goethe, als Beispiel: „Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen. Denn das Glück ist immer da.“

Krafttier Schwan, Foto: Annika Senger

Natur intensiv erleben und wahrnehmen

Ich schaue in den blauen Frühlingshimmel, der mir klarer und reiner als vor Corona erscheint. Endlich bevölkern ihn wieder Schäfchenwolken statt Kondensstreifen eines Überhand genommenen Flugverkehrs. Anstatt ins Flugzeug zu steigen, beobachte ich Zitronenfalter, Hummeln und Greifvögel beim Fliegen. Seit Beginn der Anti-Corona-Maßnahmen Mitte März begegnen mir fast täglich Schwäne, die elegant und friedlich auf dem Wasser ihre Bahnen ziehen. Aus spiritueller Sicht ist der Schwan das Krafttier der Transformation: Angeblich hilft er durch sein Auftauchen, Neuanfänge und Übergänge besser zu verstehen und anzunehmen.

Wenn ich in diesen Tagen durch brandenburgische Landschaften radele, bin ich fasziniert von der Weite und Klarheit der Seen. Gestern saß ich am Ufer des Grimnitzsees in der Schorfheide. Das Wasser leuchtete tiefblau, fast türkis. Es wirkte so sauber, dass man bis auf den Grund schauen konnte. An Seeufern und in der Stille der heimischen Wälder schwirren mir nur positive Gedanken durch den Kopf. Ich lehne mich an Bäume, manchmal umarme ich sie auch. Der Wald schenkt mir Kraft und Geborgenheit. Wanderungen mit großen Gruppen, bei denen laut durcheinander geplappert wird, habe ich nie gemocht. Ich bin froh, dass sie fürs Erste verboten sind. Wir dürfen nun in der Ruhe baden und dem Gezwitscher der Vögel lauschen.

Am Grimnitzsee, Foto: Annika Senger

Wenn das Zuhause zum Gefängnis wird

Derweil freue ich mich aber zu sehen, wie viele Eltern mit ihren Kindern während der Anti-Corona-Maßnahmen Rad fahren und spazieren gehen. Wie traumatisch muss es für ein Kind sein, zu Hause eingekerkert und isoliert zu sein? Die Kleinen begreifen politische Entscheidungen noch nicht und entwickeln im Lock-down womöglich Ängste, die sie ein Leben lang begleiten werden.

Wenn die Wohnung zum Gefängnis wird, sind Kinder aus zerrütteten Familien, ihren Eltern schutzlos ausgeliefert. Gleiches gilt für Menschen in problematischen Partnerschaften. Am Sonntag warnte der UN-Generalsekretär Antonio Guterres in einer Video-Botschaft auf Twitter vor häuslicher Gewalt: „Wir wissen, dass Ausgangssperren und Quarantäne entscheidend sind, um Covid-19 zu bekämpfen. Aber sie können Frauen mit Partnern, die sie missbrauchen, einsperren. (…) Viele Frauen und Mädchen sind dort am meisten bedroht, wo sie am sichersten sein sollten: bei sich zu Hause.“

Mach Limonade aus Zitronen

Wäre die Coronakrise vor einigen Jahren aufgetreten, hätte ich mir mit meinen alten Ängsten wahrscheinlich selbst Gewalt zugefügt. Zu meinem Glück habe ich rechtzeitig gelernt, die innere Krise vor der äußeren zu managen. Außerdem hat mich meine Arbeit im Bereich Medien gelehrt, jeden Bericht kritisch zu hinterfragen statt alles, was ich höre oder lese, zu glauben.

Immer wieder schenkte mir das Leben Zitronen, bis ich mir beigebracht habe, daraus Limonade zu machen. Ich weiß nicht, was in einem Monat oder einem halben Jahr sein wird. Trotzdem bin ich mir sicher, dass ich die Coronakrise meistern und stärker als je zuvor meine Werte vertreten werde. Dazu gehören vor allem die Achtung und der Respekt vor der Natur. (as)

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Ein Gedanke zu „Coronakrise meistern: Rückzug in die Natur statt „Stay home“ total“

  1. Wunderbar,liebe Annika,Dein Bericht u.das schöne Video.Hat mich in m.Tun bestärkt.Raus in die Natur u.nicht verrückt machen lassen.Viel Freude weiterhin u.bleib gesund.A.L.Charm

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